Episode 5: Another Brick in the Wall

Autor: Roger König
Montag, 01 Mai 2017

  • Am 12. Dezember 1957 erschien überraschend Commander McIntyre von der U.S. Navy im Büro der Hollow Earth Files von Division 4. Er informierte uns darüber, dass wir für eine Undercover Operation in Berlin, Deutschland angefordert worden waren. Unser Auftrag war es, herauszufinden, wie und warum Menschen auf mysteriöse Weise in Berlin verschwanden. Bis zu unserer Abreise hatten wir nun Zeit die deutsche Sprache zu erlernen und uns Decknamen, sowie Hintergrundgeschichten zu überlegen. Unser Kontaktmann in Berlin war ein KFZ-Schlosser namens Helmut Müller.  

    Aliasse:  

    SA Frank Harris aka Harald Franck (Geschäftspartner von Helmut Müller)

    SA Amanda Caulfield aka Elisabeth Franck (Ehefrau von Harald Franck)

    SA John Bishop aka Theodor Wagner (Freischaffender Journalist)

    SA James Stockdale aka Bernhard Fischer (Freischaffender Fotograf) 

    Am 25. Juli 1958 flogen wir von Washington, DC aus nach Berlin und landeten noch am Abend des gleichen Tages am Flughafen Tempelhof. Helmut Müller holte uns vom Flughafen ab und brachte uns zu unserem Hotel. Dort erhielten wir die Schlüssel zu unserem Dienstwagen und verabredeten uns für den nächsten Morgen in der Werkstatt von Helmut Müller. Nach einer Übernachtung im Hotel, fuhren wir zu Herrn Müller und er briefte uns. Inzwischen seien ungefähr 400 Menschen auf aus Ost- und West-Berlin verschwunden. Die ersten Vermissten waren Renate Hauser, Brigitte Lehmann, Friedrich Meißner, Markus Fischer und Gabriele Huber. Da das Verschwinden von ihnen bereits mehr als sechs Monate zurücklag, begannen wir mit den Ermittlungen zu einem der letzten Vermisstenfällen: Lutz Fuchs. Von Harald Müller hatten wir einen Passierschein erhalten, der es uns ermöglichte, uns bis 19 Uhr in aufzuhalten. Wir machten uns anschließend direkt auf den Weg nach Ost-Berlin über den Checkpoint Charlie und zu der Gattin von Herrn Fuchs: Ute Fuchs. Sie schilderte uns, dass ihr Ehemann vor zwei Wochen noch auf ein Feierabendbier in die Eckkneipe "Zum Doppelbock" gegangen war, wie er es regelmäßig tat. Er traf sich dort mit seinen Kameraden Werner Zimmermann und Frank Krause. Von seinem Ausflug war er anschließend nicht wieder nachhause gekommen. Wir besuchten anschließend eben jene Lokalität und SA Bishop gelang es, den Wirt zu Kooperation zu bewegen. Zwei Stunden später traf sich SA Bishop mit dem Wirt in einem nahegelegenen Park. Wir erfuhren von ihm, dass neben Lutz Fuchs, auch Werner Zimmermann und Frank Krause seit zwei Wochen nicht mehr aufgetaucht waren. Er beschrieb uns die drei außerdem als "systemkritisch" und konnte sich erinnern, dass in ihren Gesprächen des öfteren der Begriff "Jadefalke" fiel. Wer oder was sich hinter "Jadefalke" verbarg, wusste er jedoch nicht. Auf dem Rückweg nach West-Berlin fiel SA Stockdale dann ein ungewöhnliches Fahrzeug auf. Ein Werkstattwagen der Firma "Gas- und Wasserinstallationen Meier", dessen hinterer Bereich mit einer so auffälligen wie unnötigen Lüftung ausgestattet war. Wir folgten dem Fahrzeug und sahen anschließend mit an, wie einige Männer den Wirt des "Doppelbocks", mit dem wir eben noch gesprochen hatten, in ihr Fahrzeug zerrten und wegfuhren. Wir folgten dem Fahrzeug durch mehrere Gassen, bis uns eine Autofahrerin die Vorfahrt nahm und wir nicht weiter folgen konnten. Anschließend berichteten wir Heinrich Müller vom Gespräch mit dem Wirt und was mit ihm passiert war und beauftragten ihn, herauszufinden, was es mit dem Jadefalken auf sich haben könnte und wer hinter Gas- und Wasserinstallationen Meier steckte. Zurück im Hotel mussten wir feststellen, dass jemand, in unserer Abwesenheit, in unseren Zimmern war, da Lampen anders standen oder Kleidung nicht mehr dort war, wo sie zurückgelassen worden war. Wir durchsuchten unsere Zimmer nach etwaigen Abhöreinrichtungen, konnten jedoch keine finden.  

    Am nächsten Morgen informierte uns unser Kontaktmann, dass er die Adresse zu Gas- und Wasserinstallationen Meier herausgefunden hatte. Zum Jadefalken gab es noch keine Informationen. Wir fuhren zu der uns genannten Adresse und fanden nur leerstehende und verfallene Gebäude. Vermutlich hatte die Firma den zweiten Weltkrieg nicht überstanden. Aus Mangel an weiteren Hinweisen fuhren wir anschließend durch Berlin und hielten Ausschau nach ähnlich auffälligen Fahrzeugen, wie dem, der gestern den Wirt "abgeholt" hatte. Wir fanden auch ein solches Fahrzeug mit der Aufschrift Meierei Günther. Allerdings zeigte die Verfolgung des Fahrzeugs, dass es sich tatsächlich um einen Firmenwagen der Meierei handelte. Zurück im Hotel entdeckte SA Caulfield dann, dass unsere Hotelzimmer doch verwanzt worden waren. In den Türen waren Abhöreinrichtungen eingebaut (siehe Fotos im Anhang). Außerdem entdeckte SA Stockdale auf den Fotos, die er während der Befragung des Wirts gemacht hatte, ein Objektiv in einem Gebüsch. Wir wurden also zu dem Zeitpunkt bereits beobachtet. Auf Nachfrage erfuhren wir vom Rezeptionisten, dass am Tage unseren Ankunft Umbauten an den Türen stattgefunden hatten. Wir reisten sofort ab und stellten anschließend sicher, dass unsere Spur von da an nicht weiterverfolgt werden konnte. Wir übernachteten in einer kleinen Pension und trafen uns am nächsten Morgen mit Helmut Müller. Wir informierten ihn über unseren Fund und er konnte uns mitteilen, dass er herausgefunden hatte, dass ein gewisser Heinrich Biester etwas über den Jadefalken wissen sollte. Außerdem stellten wir ihn zur Rede, um herauszufinden, warum ausgerechnet wir mit diesem Auftrag beauftragt worden waren. Er konnte uns nur mitteilen, dass es damit zusammenhing, dass wir den "O holy Night"-Fall (Siehe Aktenzeichen #531224) bearbeitet hatten. Da es zu gefährlich schien uns weiterhin in der KFZ- Werkstatt zu treffen, vereinbarten wir einen neuen Ort, an dem wir später weitere Munition und weiteres Bargeld von Helmut Müller erhielten. Zwischendurch hatten wir Heinrich Biester in einer namenlosen Kneipe in der Boxhagener Straße aufgesucht und ein Treffen für den Abend vereinbart. Der Treffpunkt stellte sich jedoch als Hinterhalt heraus. Bevor wir den Zeugen ansprechen konnten, waren wir von Männern umzingelt. Wir wurden entwaffnet, gefesselt und bekamen Augenbinden um. Sie luden uns in einen Wagen und als uns die Augenbinden abgenommen wurden, waren wir in einer alten Lagerhalle. Heinrich Biester befragte uns nun nach unseren Motiven und wollte wissen, was wir über den Jadefalken wussten. Wir erklärten uns und erfuhren von ihm, dass es sich bei dem Jadefalken um Brigitte Lehmann handelte. Lehmann war eine der ersten verschwundenen Personen und darüber hinaus eine CIA-Agentin, die ein Leck im US-Geheimdienst entdeckt hatte. Bevor sie Helmut Müller ins Bild setzen konnte, war sie von den Männern der DDR Staatssicherheit geschnappt und nach Hohenschönhausen (Gefängnis der DDR-Staatssicherheit) gebracht worden. Biester, seine Männer und wir, sollten sie nun von dort befreien.

    Erich Mielke hat einmal gesagt: "Wir haben, Genossen, liebe Abgeordnete, einen außerordentlich hohen Kontakt zu allen werktätigen Menschen. Ja, wir haben den Kontakt. Ihr werdet gleich hören, warum. Ich liebe doch alle Menschen... Ich setze mich doch dafür ein!"

    - Fortsetzung in der Akte "Freiheit." -

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